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| Ökologische
Dämmstoffe für den Hausbau
Der ideale Dämmstoff ist leider nicht
vorhanden. Dämmstoffe aus Kunststoff stammen aus einer umweltschädlichen Prozeßkette
und enthalten meist zuviel Primärenergie. Mineralische Dämmstoffe bergen gesundheitliche
Risiken oder sind gleichfalls energieaufwendig.
Ökologische Dämmstoffe - bestehend
aus nachwachsenden Rohstoffen - bieten Alternativen. Als Vorteile sind
hervorzuheben:
- niedriger Energieeinsatz bei der Herstellung und beim Transport
- Langlebigkeit
- keine oder geringe gesundheitliche Beeinträchtigungen bei der Verarbeitung
- diffusionsoffene Bauweise
- hohe Brandsicherheit
- niedriger Ausgabepreis je m²
Sie eignen sich aber nicht für jede Anwendung.
Die Gesamtproblematik der Wärmedämmung einer Gebäudehülle konnte nur im Hinblick
auf die im Handel angebotenen ökologischen Dämmstoffe im Überblick behandelt werden.
Für spezielle Interessenten vermittelt das TGZ Bautzen als Netzwerkkoordinator konkrete
Ansprechpartner.
Wichtig bei einer Altbausanierung ist vor der Planung der Dämmung der Gebäudehülle
eine meßtechnische Zusatzanalyse. Hierzu stehen heute moderne Meßverfahren zur
Verfügung, die Infrarot-Meßtechnik und die Luftdichtigkeitsprüfung der Gebäudehülle.
In der Oberlausitz haben sich zwei Hersteller von ökologischen Dämmstoffen
angesiedelt.
Die ISO COTTON GmbH auf dem Gelände des ehemaligen Kraftwerkes Hagenwerder stellt
Dämm- und Vliesstoffe aus Baumwolle her. Und die REGA GbR mbH Thieme und Kunze in
Großröhrsdorf bringt die selbstentwickelten REGA-Dämmplatten aus Zellulose auf den
Markt.
Kontakt:
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Baumwolle
Baumwolldämmstoff ist ein faserreiner Dämmstoff und besitzt bauphysikalisch
interessante Eigenschaften. Er ist in der Lage, den Feuchtigkeitshaushalt auszugleichen,
den Schall gut zu absorbieren und ist diffusionsoffen. Als Grundstoff für die Herstellung
dienen 57 % Baumwolle aus Abfällen der Textilindustrie und 40 % Rohbaumwolle aus
zertifiziertem ökologischen Landbau. Durch Beifügung von nur 3 % Borsalz wird die
Entflammbarkeit der Baumwolle herabgesetzt, das Brandverhalten auf B2 verbessert, sowie
die Resistenz gegen Pilzbefall, Schimmel- und Fäulnisbildung und Schädlinge erreicht.
Dämmstoffe aus Baumwolle werden als Matten, Flocken und Filze hergestellt. Matten
können auf Grund ihrer geringen Rohdichte nicht druckbelastet werden. Sie eignen sich vor
allem für die Vollsparren, Zwischensparrendämmung und zur Hohlraumdämmung von
Trenndecken und von Trennwänden im Innenausbau.
In Zusammenarbeit mit der Gruppe Fels wurden Konstruktionen entwickelt, wo unter
Einsatz von Fermazellplatten Feuerwiderstände im F30 B bis F 90 B erreicht werden.
Dämmfilz eignet sich hervorragend zur Trittschalldämmung unter Parkett und
Trockenestrichen.
Baumwolldämmstoffe sind schadstoffrei, als baubiologisch empfehlenswert eingestuft und
bauaufsichtlich zugelassen
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Flachs
Flachs ist eine besonders widerstandsfähige, heimische Pflanze. Er kann in fast allen
Bereichen des täglichen Lebens eingesetzt werden, z. B. für Kleidung, Nahrung
(Leinsamen) und Farben, so auch als Dämmstoff. Flachs wird zu plastischen und
formstabilen Dämmstoffplatten (40 140 mm) verarbeitet. Diese können dann einfach
zwischen die Sparren geklemmt werden, ohne zu verrutschen. Ferner gibt es Flachs auch als
Flachsfilz, Flachsstreifen und Stopfmaterial. Er kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder
abgeben. Diese natürliche Eigenschaft beugt Bauschäden vor und schafft ein angenehmes
Wohnklima.
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Holzweichfaserplatten
Zur Herstellung dieses Dämmstoffes wird langfaserige Holzwolle unter Zusatz
hochwertiger, natürlicher Materialien zu einer Bauplatte gepreßt. Einer der
preisgünstigsten natürlichen Stoffe sorgt für ideale Wärmedämmung: 70 % Luft sind in
den Platten enthalten. Holzweichfaserplatten eignen sich gleich gut zur Schall- und
Wärmedämmung. Da sie dampfdiffusionsoffen sind, eignen sie sich besonders gut für
unbelüftete Dach- und Wandvolldämmung. Ein weiterer Vorteil: Der Dämmstoff ist ein
guter Putzträger.
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Kork
Kork ist ein Naturprodukt, das sich ohne fremde Beimischungen oder Bindemittel zur
Dämmung eignet, da die im Kork enthaltenen Harze einen natürlichen Klebstoff bilden.
Dämmkork ist sowohl als Plattenware (Stärke 20 100 mm) als auch als loser
Korkschrot erhältlich. Ersterer wird zur Dämmung von Boden, Wand und Decke sowie Dach
verwendet. Naturkorkschrot kann je nach Körnung für Schüttungen und schwimmenden
Estrich, zur Dämmung zwischen Balkenlagen oder zur Außendämmung von Wand und Dach
eingesetzt werden. Ökologisch betrachtet hat Kork den Vorteil, dass er bei der Entsorgung
leicht verrottbar ist. Die Rohstoffquelle ist erneuerbar. Der Energieaufwand bei der
Herstellung von Korkplatten ist gering.
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Schafwolle
Schafwolle zeigt gute Dämmeigenschaften, ist hautsympathisch und von Natur aus
brandhemmend. Sie ist die atmungsaktive Naturfaser überhaupt und nimmt bis zu 40% des
Eigengewichtes an Feuchtigkeit auf, kann sie im Faserinneren speichern und durch
Verdunstung wieder abgeben.
Vor Mottenbefall muß sie jedoch geschützt werden. Diese z. Z. angewendeten
Technologien sind nicht unproblematisch: Verbindungen der Chlorchemie sind abzulehnen. Sie
haben in einem Naturprodukt nichts zu suchen. Häufig angewendet werden
Borsalzimprägnierungen. Und die wirken nur dauerhaft gegen Motten, wenn Sie auf der Faser
fixiert werden. Die häufig angewandte Latexierung beeinträchtigt die
Gebrauchswerteigenschaften.
Wolldämmstoffe von größerer Dicke benötigen ein "Stützkorsett" aus
Polyester. Der Kunstfaseranteil kann bis zu 20% des Produktes ausmachen. Damit wird ein
späteres Recycling erschwert. Wird minderwertige Restwolle verwendet, dann ist auch mit
erhöhter Staub- und Faserbelastung der Luft zu rechnen.
Vor dem Einsatz von Schafwolle sollte man sich die bauaufsichtliche Zulassung vorlegen
lassen.
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Dämmplatten aus Zellulose
Eine völlig neue Klasse von preiswerten Dämmstoffen besteht aus Altpapier, chemisch
unbehandelten Holzabfällen und gegebenenfalls weiteren Naturstoffen, wie Flachs, Hanf,
Stroh o. ä., die in einem neuartigen Verfahren kalt mit silikalischen Bindern
aufgeschäumt werden. Das Produkt REGA ist frei von schädlichen Chemikalien, offen gegen
Wasserdampfdiffusion, brandsicher, preiswert und gut handhabbar. Dazu ist es
alterungsbeständig und widerstandsfähig gegen Schimmelbildung, biologischen Befall oder
Kleinnager. Neben den Dämmplatten gegen Kälte, Wärme und Schall kann vom Fachbetrieb
Ortschaum zum Ausgleich von Unebenheiten im Fußbodenaufbau direkt eingebracht werden.
Grundprinzip der Produktion sind kurze Transportwege und regionale Zusammenarbeit
ortsansässiger Unternehmen. Altpapier und andere Ausgangsstoffe sind überall verfügbar,
ihre Verarbeitung entlastet die Ökologische Gesamtbilanz. Das Produkt ist vollständig
recyclebar.
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Zelluloseflocken
Zellulosedämmwolle besteht aus recyceltem Tageszeitungspapier, d. h. ein Holzprodukt.
Sie ist mit Borsalzen versetzt und schützt so vor Brand und Schädlingen.
Der Dämmstoff wird entweder eingeblasen oder gesprüht. Er ist für Decken, Dächer
und Wände geeignet.
Die Recyclefähigkeit ist voll gewährleistet und die Wiederverwendung nach Um- oder
Abbau ist ebenso möglich.
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